Kindgerecht Krieg tanzen

Es war einmal ein Mann, der beobachtete, wie Kinder miteinander spielten. Sie zeigten mit Holzstöckchen aufeinander und brüllten dabei, "Peng, Peng!" "Was macht ihr denn da?" fragte der Mann. "Wir spielen Krieg," antworteten die Kinder. Der Mann schaute traurig. "Könnt ihr nicht lieber etwas Friedvolles spielen?" fragte er. "Wie spielt man Frieden?" fragten die Kinder zurück.

Diese Frage haben sich nach manchen modernen Klassen viele Leute gefragt. In Sitges haben mich mehrere Menschen angesprochen und gefragt, ob man nicht die Regeln des DWC dergestalt ändern könnte, daß Tänze wie "Ausschwitz" etc. gar nicht erst zugelassen werden. Dann erhielt ich in den vergangenen beiden Tagen eine Reihe von E-Mails mit ähnlichen Forderungen. Jemand hat sich beschwert, daß seine kleine Tochter, die bei den Junioren und Erwachsenen zugesehen hatte, vollkommen verwirrt und verängstigt war und nicht einschlafen konnte.

Als ich noch in leitender Position beim DWC war, legten wir dort großen Wert darauf, daß die Tänze kindgerecht sind. Wir dachten dabei an die Kleidung und die Choreographie, die altersgerecht und nicht zu freizügig oder sexy sein sollte. In diesem Jahr jedoch gab es einige Tänze zwar bei den Junioren und Erwachsenen, die man aber durch deren Grausamkeit in der Darstellung einem Kind als Zuschauer nicht zumuten hätte dürfen. Nur haben wir zwar eine Altersbegrenzung nach oben aber keine nach unten.

Ich weiß nicht, wie Choreographen überhaupt auf die Idee kommen, derart grausame Themen mit Jugendlichen einzustudieren. Ich denke nämlich, das belastet die betroffenen Tänzer ebenfalls. Es gibt so viele fröhliche Themen, die man vertanzen kann, und bei denen die Tänzer gut ihre Ausdruckskraft beweisen können. Man sollte auf der Bühne nicht Krieg spielen und insbesonderen nicht, wenn Kinder zusehen.

Klassen wie z.B. JDW habe ich genossen. Da sah man jugendliche Lebensfreude pur. Manche Tänze waren ulkig, manche erzählten eine kleine Geschichte, und fast alle waren rundum fröhlich. So sollte m.E. Tanz sein. Vielleicht mag das für die Choreographen eine Anregung für das nächste Jahr sein.

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