Geschichte der Tanzwettbewerbe

new-team-04Eine Idee – eine Vision – und wie alles Wirklichkeit wurde

Bereits seit den 50er Jahren des 20. Jahrhundert gibt es Ballettwettbewerbe für angehende Tänzer. Die berühmtesten unter ihnen sind jene in Varna, Jackson, USA sowie der Prix de Lausanne. Aber für Kinder gab es nichts.
Als Korinna Söhn, damals eine junge Tänzerin, 1972 in London war, hörte sie von der „All England Dance Competition“, einem Ballettwettbewerb für Kinder und war begeistert.
1973 reiste sie mit zwei Schülerinnen der Ballettschule ihrer Mutter dorthin, und die beiden gewannen auf Anhieb zwei Goldmedaillen. In den folgenden Jahren kam sie wieder, war ähnlich erfolgreich und befaßte sich daraufhin intensiv mit der Idee eines Ballettwettbewerbs für Kinder und Jugendliche.
1982 gründete sie zusammen mit einer Anzahl ballettbegeisterter Münchner den Ballettförderkreis München e.V. und lud 1983 zum I. Deutschen Ballettwettbewerb in einem kleinen Theater im Norden von München ein. Die Resonanz war für damalige Verhältnisse enorm: 150 Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 16 Jahren aus 20 verschiedenen Ballettschulen aus vielen Teilen Deutschlands von Mölln ganz im Norden bis Bad Krozingen im südlichen Schwarzwald nahmen daran teil.
Korinna Söhn bat die All England Dance Competition um Erlaubnis, deren Reglement verwenden zu dürfen. Man war damit einverstanden und schickte sogar eine Jurorin nach München.
Anfänglich fanden diese Ballettwettbewerbe alle zwei Jahre statt, später alle drei Jahre. Korinna Söhn verfeinerte aus den Erfahrungen der vergangenen Wettbewerbe die Regeln immer weiter und paßte sie den Bedürfnissen der Ballettschulen an.
 
Mit der Zeit wurde der Deutsche Ballettwettbewerb auch über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Teilnehmer aus Österreich, der Schweiz und aus Dänemark kamen.
Eine Ballettlehrerin aus Griechenland kontaktierte Korinna Söhn und bat sie, doch auch in Athen einen ähnlichen Wettbewerb zu organisieren. Gerne half Korinna Söhn den Griechen, und organisierte in den Jahren 2000 und 2001 jeweils das Hellas Dance Festival in einem Amphitheater in Piräus.
Indessen wuchs der deutsche Ballettwettbewerb weiter, und die Schulen baten Korinna Söhn, daß er doch jährlich stattfinden möge.
Als im Jahr 2003 Teilnehmer aus neun verschiedenen Ländern zum deutschen Ballettwettbewerb kamen, war Korinna Söhn der Meinung, daß dies kein deutscher Wettbewerb mehr sei. So gründete sie den Dance World Cup, der 2004 zum ersten Mal im Veranstaltungsforum Fürstenfeld in Fürstenfeldbruck durchgeführt wurde.
In den folgenden Jahren fand der Dance World Cup in diesen Städten statt:
 
2005 – Wroclaw, Polen
2006 – Faro, Portugal
2007 – Jalta, Ukraine
2008 – Vancouver, Kanada
2009 – St. Helier, Insel Jersey
2010 – Sardinien
2011 – Eurodisney, Paris, Frankreich
2012 – Villach, Österreich
2013 – Brighton, England
2014 – Algarve, Portugal
2015 – Bukarest, Rumänien
2016 – St. Helier, Insel Jersey
2017 - Oberrheinhalle, Offenburg, Deutschland
2017 - Sitges, Spanien
 
Inzwischen gibt es weltweit in ca. 30 verschiedenen Ländern aller Kontinente nationale Qualifikationswettbewerbe, die alle nach den gleichen Regeln abgehalten werden. Schulen aus Ländern, in denen es noch keine nationalen Qualifikationswettbewerbe gibt, können sich per Video um eine Teilnahme am Dance World Cup bewerben. Die etwa 3000 besten Kinder und Jugendliche dürfen dann am jeweiligen Finale teilnehmen, einem großartigen Tanzereignis und einem internationalen Treffen der besten Ballettschüler der ganzen Welt. Der DWC dauert jeweils eine ganze Woche.
 
Das Hauptbüro der Dance World Cup Gesellschaft ist inzwischen auf der Insel Jersey. John Grimshaw ist der Verwaltungsdirektor. Korinna Söhn hatte über viele Jahre die künstlerische Leitung. 2017 zeigte sich jedoch und 2018 wurde es erheblich schlimmer, daß John Grimshaw viele Neuerungen einführte, die Korinna Söhn definitiv nicht mehr mittragen konnte. Korinna Söhn distanziert sich ausdrücklich von den derzeitigen Gepflogenheiten des DWC.
Außerdem werden seit einigen Jahren sowohl mehrere der Qualifikationswettbewerbe wie vor allen Dingen das gesamte Finale live im Internet übertragen. Millionen von Zuschauern verfolgen diese spannenden Wettbewerbe jedes Jahr.
 
Der deutschen Ballettwettbewerb ist inzwischen derart gewachsen, daß es seit einigen Jahren zusätzlich fünf Regionalwettbewerbe gibt, über die man sich zum deutschen Ballettwettbewerb qualifizieren muß. Ca. 2500 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen vier und 25 Jahren kommen jedes Jahr mit insgesamt über 600 verschiedenen Tänzen zu den Regionalwettbewerben. Die besten 1000 Kinder dürfen dann zum deutschen Finale nach Fürstenfeldbruck, das über vier Tage andauert. Dieser Wettbewerb ist einer der schönsten weltweit, und hat bereits vielen jungen Menschen als Sprungbrett für eine Tanzkarriere gedient.
 
Korinna Söhn hatte vor Jahrzehnten die Vision, den privaten Ballettschulen und Vereinen, vor allen Dingen aber den tanzbegeisterten Kindern und Jugendlichen eine Plattform zu bieten, auf der sie vor einer internationalen Jury ihr Können zeigen dürfen. Diese Idee ist inzwischen weltweit Wirklichkeit geworden.
In allen Sportarten gibt es Wettbewerbe für Kinder. Im Bereich der Musik gibt es den sehr erfolgreichen Wettbewerb „Jugend musiziert.“
In allen Stilrichtungen des künstlerischen Tanzes gibt es dank Korinna Söhn seit vielen Jahren den deutschen Ballettwettbewerb und international den Dance World Cup.