Ballettunterricht

Immer wieder werden wir hauptsächlich von Eltern nach Empfehlungen für guten Ballettunterricht gefragt. Es gibt eine Vielzahl von Ballettschulen unterschiedlichster Couleur, und bevor man hier eine konkrete Anwort gibt, sollte man zurückfragen: Was will man für sein Kind? Folgende Möglichkeiten gibt es da:

  • Das Kind wird einmal pro Woche zum Unterricht geschickt, damit es primär Spaß an der Bewegung zur Musik hat. Das ist ein fröhlicher Ausgleich zum Alltag und ist gleichermaßen gut für Körper und Geist.
  • Das Kind geht zweimal pro Woche oder gar öfters zum Unterricht. Es hat großen Spaß am Tanzen, ist ehrgeizig und möchte seinen individuellen Fähigkeiten entsprechend optimal gefördert werden. Es möchte bei Vorstellungen mitwirken und vielleicht an Wettbewerben teilnehmen. Sollte eine große Begabung festgestellt werden, hat es eventuell sogar diesbezügliche berufliche Ambitionen. Das muß aber nicht sein.
  • Das Kind strebt eine Berufsausbildung und Tänzerkarriere an. Spätestens etwa ab dem Alter von zehn Jahren bedarf es dabei täglichen Trainings.

Sind sich die Eltern darüber im Klaren, was sie für ihr Kind wollen, ist der nächste Schritt die Wahl der dafür geeignetsten Ballettschule.
Dies ist oftmals gar nicht so einfach, denn für einen Laien ist die Qualität des Ballettunterrichts nicht auf Anhieb zu sehen. Eine gute Ballettschule erkennt man nicht daran, wie erfolgreich die Lehrkraft selbst während ihrer Karriere als Tänzer(in) war. Die Qualität einer Schule zeigt sich einzig am Können der Schüler. Gerade in einer privaten Ballettschule ist es dabei jedoch mehr oder weniger Glücksache, wieviele begabte Schüler man gerade hat.

Das früheste Alter, in dem ein Kind mit Tanzunterricht beginnen kann, ist etwa vier Jahre. Vorher ist die geistige Entwicklung zumeist noch nicht so weit fortgeschritten, daß sich das Kind über einen längeren Zeitraum konzentrieren kann und somit den Anweisungen einer Lehrkraft folgen kann. Man sollte auf alle Fälle mit klassischem Ballett beginnen. Es ist die Grundlage allen Tanzens auf der sich die anderen Stilrichtungen aufbauen. Gerade bei Vorschulkindern dürfen darin durchaus spielerische Bewegungsformen integriert sein.

Leider gibt es jedoch Ballettschulen, in denen die Kinder nicht nur wenig sondern sogar Falsches lernen. Solches später wieder auszumerzen, ist überaus schwer. Eltern sollten bei der Wahl der geeigneten Ballettschule also sehr sorgsam prüfen.

Bereits seit 1983 veranstaltet der Ballettförderkreis München e.V. den Deutschen Ballettwettbewerb für Kinder und Jugendliche. Inzwischen findet er jährlich statt. Alle Schulen, die sich diesem Wettbewerb stellen, dokumentieren damit, daß sie den Tanz sehr ernst nehmen und darum bemüht sind, ihren Schülern den bestmöglichen Unterricht zukommen zu lassen. Da es oftmals Glücksache ist, wieviele begabte Kinder eine Schule gerade hat, kann man die Qualität derselben nicht unbedingt nur an der Zahl der errungenen Preise messen.